Jedes Leben findet irgendwann ein Ende. Mal kommt es plötzlich und unvermutet und Angehörige haben keine Gelegenheit, sich auf den Tod und Abschiednehmen vorzubereiten. In anderen Fällen ist das Lebensende absehbar und man kann noch viele Fragen miteinander klären. Doch fast immer bleibt nach dem Tod die sehnsüchtige Erinnerung. Und viele Menschen trauern für lange Zeit. Trauern hat verschiedenste Ebenen und Ausprägungen. Besonders schwer ist es, wenn Eltern ihr Kind beerdigen oder nach langem Zusammenleben einer übrig bleibt. Trauern zu können ist etwas besonders wichtiges und muss aus Liebe und Achtung vor den Menschen gelebt werden (können).
Wenn man einen Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten und ihn nach der Beerdigung an seinem Grab besuchen kann, hat man die Gelegenheit, seine Trauer und seinen Schmerz mit dieser Stelle zu verbinden und sie so eher zu bewältigen. Auch die Pflege eines Grabes bietet Trost und ermöglicht, seine Trauer zu leben. Jedoch werden zunehmend Menschen anonym beerdigt. Der letzte gemeinsame Weg entfällt oft ebenso, wie die Möglichkeit, den Verstorbenen an seiner letzten Ruhestätte aufzusuchen. Die Trauer hat dann keinen Ort.
Manche ältere Menschen wünschen eine anonyme Beerdigung weil sie wissen, dass sich niemand um ihr Grab kümmern könnte, andere wollen die "Last" der Grabpflege niemandem aufbürden. Auch hier fehlt den Angehörigen, Nachbarn, Bekannten oder Heimmitbewohnerinnen und Heimbewohnern ein geeigneter Ort, an dem sie trauern können.
Dabei ist Trauern etwas, was genauso wie die Geburt zum Leben der Menschen hinzugehört. Je besser Trauer gelebt werden kann, umso eher kann ein Mensch mit seiner Trauer umgehen.
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